WINIX – Gleitlacke als Oberflächenschichten

Für die WINIX Gleitlackbeschichtungen werden speziell entwickelte Gleitlacke eingesetzt. Gleitlacke sind Dispersionen ausgewählter Festschmierstoffkombinationen (hauptsächlich Molybdändisulfid, Polytetrafluoräthylen und Graphit) in Lösungen von organischen oder anorganischen Bindern in Lösemittel oder Wasser.

Diese Gleitlacke bilden nach dem Aufbringen auf Oberflächen und nach dem Aushärten festhaftende, trockene Schmierfilme mit ausgezeichneten Reibungs- und Verschleißeigenschaften - auch unter extremen Bedingungen.

WINIX Gleitbeschichtungen eignen sich für alle Werkstoffe, insbesondere für Stahl-, Edelstahl- und Kunststoffpaarungen und Kombinationen dieser Werkstoffe.

Nachfolgend einige Anwendungsbeispiele:

Schrauben/Muttern Spannhülsen
Nieten Sperrklinken
Schalterwellen Spannstifte
Gewindespindeln Tellerfedern
Zahnräder Druckscheiben
Kettenteile Gleitlager
Lagerbolzen Betätigungshebel
Führungsbolzen Gelenklager
Schaltnocken Dichtungen (O-Ringe)
Führungsbahnen Scharniere/Beschläge

Vorteile der WINIX-Gleitbeschichtungen

  • Verminderung von Reibung und Verschleiß
  • Konstante Reibungszahlen mit sehr geringer Streuung
  • Einsatz unter extremen Umweltbedingungen wie z.B. Temperatur, Vakuum, Staub
  • Unterstützung der Öl- oder Fettschmierung, verbesserter Einlauf von Maschinenelementen, Notlaufeigenschaften
  • Mineralöl- und chemikalienbeständige Beschichtungen möglich
  • Sauber in der Anwendung – keine Verschmutzung von Reibstelle und Umgebung durch Öl, Fett oder Paste
  • Robotergerecht
  • Ablösung von umweltgefährdenden Beschichtungen

WINIX Gleitlacke – Technische Zusammenfassung

Metallische Überzüge Nichtmetallische Überzüge
Auftragsschweißen Keramikspritzen
Metallspritzen Emaillieren
Elektrolytisches Abscheiden Phosphatieren
Chemisches Abscheiden Pulverbeschichten (Polyamid)
Diffusionsverfahren Wirbelsintern (Epoxydharze)
  Beschichten (PTFE)

Diese Schichtstärken liegen zwischen 0,001 + 5 mm

Gleitlacke sind nichtmetallische Schichten

Suspension von Festschmierstoffen in Lösungen von organischen und anorganischen Bindern

Festschmierstoff Additive Binder (Harze)
MoS2 Metalloxid org. Acryl, Zellulose, Phenol Epoxy
Graphit weiche Metalle  
PTFE Korrosionspigmente anorg. Silikate, Phosphate

Auswahl des Gleitlackes

Abhängig von den Eigenschaften des Festschmierstoffes, des Harzes und des Grundmaterials, wie Stahl, Edelstahl, Gummi, Kunststoff und den Arbeitsbedingungen wie Belastung, Geschwindigkeit, Temperatur etc.

Generell sind Gleitlacke werksseitig so eingestellt, daß folgende Schichtstärken entstehen:

Gleitlack Auswahl

WINIX Gleitlacke – Es gilt allgemein:

Keine schabenden und kratzenden Grate. Kantenpressungen sind zu vermeiden. Die Lebensdauer von Gleitlacken ist begrenzt und sie geben keine Kühlung im Gegensatz zur Ölschmierung.

Je härter die Gleitfläche, desto geringer die Reibung und desto höher die Lebensdauer des Gleitlackes. Bei Gleitpaarungen unterschiedlicher Härte sollte die härtere Seite beschichtet werden. Je höher die Belastung, desto geringer die Lebensdauer des Films.

Niedrige Gleitgeschwindigkeit hohe Lebensdauer
Hohe Gleitgeschwindigkeit kurze Lebensdauer

Hervorragend geeignet für Gleitreibung; weniger für Rollreibung.

Beste Ergebnisse, wenn beide Gleitpartner beschichtet werden; wenn nur ein Partner, dann der mit der größeren Fläche.

Bei unterschiedlichen Temperaturen bleibt die Reibzahl konstant, aber die Lebensdauer reduziert sich z.B. bei Raumtemperatur von etwa 40km auf 5km bei +350°C (keine verbindlichen Zahlen).

Korrosionsschutz abhängig vom Gleitlack-Typ.
Bei Gegenwart von Öl und Fett – ölbeständige Gleitlacke aussuchen.

Wahl der Pigmente:

MoS2 + Graphit bei Metallen bei hohen Belastungen und niedrigen Gleitgeschwindigkeiten. PTFE bei Elastomeren, Gummi, Kunststoff, Holz oder wenn die schwarze Farbe stört.

Hohe Dichte der Festschmierstoffe, daher ca. alle 15 Minuten den Lack aufrühren oder Einsatz eines Rührwerkes.

Anwendungsmethoden

Die einfachste Aufbringung die Spraydose
Bei größeren Mengen: die Spritzpistole
Bei großen Mengen von Kleinteilen: die Tauchzentrifuge oder das Trommelverfahren (abhängig von der Form der Teile)
Aufbringung durch Pinsel: ungleichmäßige Schichtstärke
Mit der Spritzpistole: 0,8 mm Düse
2,5 bis 3,5 bar
Abstand ca. 15 - 20 cm

Zusammenfassung

Einsatz von Gleitlacken dort, wo Öle und Fette nicht verwendet werden können. Gleitlacke können Öle und Fette nicht ersetzen - wohl aber ergänzen. Der richtige Gleitlack: unter Berücksichtigung von Belastung, Geschwindigkeit, Lebensdauer, Temperaturen, Art der Bewegung (rollend, gleitend) und Schichtstärke.

WINIX Gleitlacke – Schraubendiagramm

Schraubendiagramm

Abhängigkeit der Spannkraft
von Anzugsmoment, Lösemoment und Reibungszahl
Mos2-Gleitlackbeschichteter Schrauben aus Edelstahl (A2, M12); Vergleich zur Ölschmierung und ohne Schmierung